Das Problem

Entwicklungsprozesse in Firmen des Maschinen- und Anlagenbaus sind heute nach wie vor sequenziell organisiert: Zu Beginn eines Projektes findet ein „Kick-Off-Gespräch“ zwischen beteiligten Disziplinen statt. Die anschließende Konstruktion erfolgt vorwiegend sequenziell, beginnend mit der Mechanikkonstruktion. Dieses Vorgehensmodell und die unzureichenden Abstimmungen zwischen den Disziplinen sind die wesentlichen Ursachen für hohe Durchlaufzeiten, hohe Entwicklungskosten sowie eine mangelnde Qualität der Produkte. (Schaubild, oben).



Ziel der Anwenderfirmen des Maschinen- und Anlagenbaus ist es, Entwicklungszeiten zu reduzieren, um in der Lage zu sein, neu entwickelte Maschinen schneller auf den Markt zu bringen und Aufträge mit engen Zeitvorgaben überhaupt akquirieren zu können. Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, durch eine verbesserte, frühzeitige Abstimmung bessere und zuverlässigere Produkte herzustellen sowie Entwicklungskosten zu sparen. Diese Ziele werden durch Entwicklungsprozesse erreicht, die disziplinübergreifende Zusammenhänge und die Synchronisation der Beteiligten in den Vordergrund stellen (Schaubild, unten). Dabei ist zwischen interdisziplinären Phasen (interdisziplinäre Entwicklung) und parallelen/disziplinspezifischen Phasen zu unterscheiden. Interne Voruntersuchungen der Anwenderfirmen haben ergeben, dass mit mechatronischen Entwicklungsprozessen Zeiteinsparungen
von über 25%
realistisch sind.

Die genannten Ziele der Anwenderfirmen sind jedoch bisher aufgrund der folgenden Defizite nicht realisierbar:

  • Während beim Kick-Off-Gespräch sequenzieller Prozesse oft informale, bzw. mündliche Abstimmungen ausreichen, erfordert ein paralleler disziplinspezifischer Prozess, dass alle interdisziplinär relevanten Abstimmungen formal spezifiziert sind. Für den interdisziplinären Entwicklungsprozess fehlt jedoch eine für die Praktiker der Maschinen- und Anlagenbauer verständliche, grafische Methode, mit der die gemeinsamen Festlegungen formal spezifizierbar sind.
  • Derzeit ist am Markt kein Werkzeug verfügbar, das geeignet wäre, die interdisziplinäre Abstimmung beim Maschinen- und Anlagenbauer durchgängig zu unterstützen.
  • Die meisten Mitarbeiter der Anwenderfirmen arbeiten heute in der Regel innerhalb ihrer Ausbildungsdisziplin. Das bedeutet, dass bezüglich der interdisziplinären Zusammenarbeit Erfahrungen fehlen. Dies erschwert zusätzlich eine Umstellung auf mechatronische Prozesse..